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Valère Novarina: Dem unbekannten Gott - 15.12.2012
20.01.2014, 23:36
Beitrag #1
Valère Novarina: Dem unbekannten Gott - 15.12.2012
Valère Novarina: Dem unbekannten Gott - 15.12.2012

La Chair de l'homme / Das Fleisch des Menschen, 2005 erschienen, ist mit 525 Seiten das bislang umfangreichste dramatische Werk von Valère Novarina. Kapitel XXV - Au dieu inconnu / Dem unbekannten Gott besteht aus einer Aufzählung von dreihundertundelf Gottesdefinitionen. Ein nicht endender Versuch, das Unaussprechliche in Worte zu fassen, der an die Grenzen des Denk- und Formulierbaren führt und ein schillerndes Kaleidoskop freilegt. Die zitierten Autoren reichen von der Antike über die Kirchenväter und Mystiker aller Religionen zur Moderne, von erklärten Agnostikern zu bekannten wie unbekannten Zeitgenossen. In Zeiten der Neubesinnung auf Religiosität weist dieser Text weit hinaus über jede ideologische Engführung. Er stellt ein Abenteuer menschlichen Denkens und der Sprache dar. Aufgewachsen am Genfer See und in den Bergen, schreibt Novarina täglich seit 1958, veröffentlicht seit 1978 und wurde zu einer absolut singulären Stimme der Literatur und des Theaters in Frankreich. Sein Schreiben steht in seiner Unbedingtheit dem der Autoren der Art brut, Artaud und Jarry näher als jeder narrativen Konvention. Zirkus, Jahrmarkttheater, Mysterienspiel, Pinocchio und Louis de Funès, aber auch das japanische N?-Theater sind Referenzen, die er sich in seinen überschäumenden Sprachkunstwerken anverwandelt. Neologismen, verdrehte Grammatik, seitenlange Aufzählungen von Namen oder Ereignissen, Stehgreif- oder Kinderverse, Nachrichten im Stile von Tagesaktualitäten oder Schlachtenberichten, berufsspezifische Wendungen, Zitate quer durch die Geistesgeschichte, Politparolen, Werbesprüche – der gesamte Fundus der Sprache ist Gegenstand seines Schreibens, das die Vitalität des Sprechens jenseits bloßen Informationstransfers mobilisiert und ein Begreifen in anderen Tiefenschichten provoziert: ontologisches, welthaltiges Worttheater und vielstimmiger Roman théâtral. Für die Übersetzung von Dem unbekannten Gott recherchierte Leopold von Verschuer jede einzelne Originalquelle der Zitate und holt dafür so viele Stimmen wie zitierte Autoren vors Mikrofon. / Mit Eva Brunner, Leopold von Verschuer, Tony de Mayer, Manuel Rösler / Übersetzung und Realisation: Leopold von Verschuer / BR 2011


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