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Die Schlafwandler - 1918: Huguenau oder Die Sachlichkeit (2/5) - 11.05.2014
12.05.2014, 13:20
Beitrag #1
Die Schlafwandler - 1918: Huguenau oder Die Sachlichkeit (2/5) - 11.05.2014
Die Schlafwandler - 1918: Huguenau oder Die Sachlichkeit (2/5) - 11.05.2014

Mit Peter Kurth, Samuel Finzi, Hanns Zischler, Werner Wölbern, Jens Harzer, Cristin König, Jürgen Holtz, Milan Peschel, Bernhard Schütz, Manfred Zapatka, Wolfram Koch, Sabine Orléans, Jeanette Spassova, Felix von Manteuffel / Bearbeitung, Komposition und Regie: Klaus Buhlert / BR 2009 / Länge: 56'53 Auf der Suche nach dem ‚Polyhistorischen Roman’, der Spiegel und zugleich auch Deutung seiner Epoche sein sollte, greift Hermann Broch in den Schlafwandlern – und insbesondere im Huguenau – auf ein Netz von symbolischen Bezügen und Verweisen zurück, das zugleich die Auflösung des traditionellen Erzählens bewirkt: Lieder, Sonettfolgen, dramatische Auftritte, Einlagen essayistischer und novellistischer Art, Briefe, sogar Geschäftsverträge und Rechnungen. Der Haupterzählstrang des Huguenau wird immer wieder gesprengt; durch eingefügte parallele Plots unterbrochen, die zum einen das Thema Einsamkeit durch Orientierungslosigkeit bzw. Verlust des eigenen Wertesystems variieren oder aber Teile eines geschichtsphilosophischen Exkurses unter dem Titel Der Zerfall der Werte sind." Klaus Buhlert Im dritten Teil der Schlafwandler-Trilogie wird Wilhelm Huguenau, ein erfolgreicher Handelsvertreter, zum Wehrdienst eingezogen und endet schließlich als Infanterist an der belgischen Front. Vom Militärdienst an seine dröge und sinnlose Schulzeit erinnert, dauert es nicht lange, bis Huguenau Ende des Ersten Weltkriegs desertiert und zurück nach Deutschland flüchtet. Deserteur Huguenau schlägt sich mit protestantischer Sachlichkeit durchs Hinterland, er entgeht mit Schläue der Verhaftung und erreicht schließlich ein kleines Moselstädtchen. Hier trifft er sowohl auf den hiesigen Stadtkommandanten Joachim von Pasenow, als auch auf August Esch, den Herausgeber der Lokalzeitung Kurtrierscher Bote. Unter dem Motto „Zweck hat, was mir selber nützt!“ erschwindelt sich Huguenau erst den Besitz am Kurtrierschen Boten, um dann später bei den Militärbehörden gegen den geprellten Esch zu intrigieren. Anfang November 1918 erreicht der Krieg und damit das Chaos auch die kleine Stadt. Während einer Gefangenen-Revolte wird Major von Pasenow schwer verletzt. Huguenau bewerkstelligt es, sich in den Wirrnissen dieser Nacht Esch vom Leibe zu schaffen und anschließend ins sichere Hinterland zu flüchten. Wieder daheim in Colmar heiratet er mit erschwindeltem Geld, entledigt sich der Zeitung und führt das erfolgreiche väterliche Geschäft weiter.


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