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Die Quellen sprechen. Teil 2: Deutsches Reich 1938-August 1939 - 02.02.2013
09.01.2014, 11:40
Beitrag #1
Die Quellen sprechen. Teil 2: Deutsches Reich 1938-August 1939 - 02.02.2013
Die Quellen sprechen. Teil 2: Deutsches Reich 1938-August 1939 - 02.02.2013

Die Quellen sprechen. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945. Eine dokumentarische Höredition. In der immer aggressiveren antijüdischen Politik im Deutschen Reich setzt der Novemberpogrom 1938 die entscheidende Zäsur vor dem Beginn der Deportationen. Die sich anschließende, enthemmte "Arisierung" und die radikalere Vertreibungspolitik gegen die jüdische Bevölkerung gehen Hand in Hand mit dem NS-Rüstungsplan und der Expansion des Deutschen Reichs. In den zwanzig Monaten zwischen Januar 1938 und dem 31. August 1939 annektierte Deutschland im März Österreich, im Oktober das Sudetenland. Im März 1939 "übergab" Litauen das Memelland an die NS-Regierung. Eine Woche zuvor war die Wehrmacht in Prag einmarschiert, am 1. September fiel sie in Polen ein. In seiner Reichstagsrede vom 30. Januar 1939 gab Hitler dem „internationalen Finanzjudentum“ die Schuld an einem möglichen neuen Weltkrieg und fügte an, dass das Ergebnis „die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ sein werde. Einen konkreten Plan zum Genozid hatte er aber noch nicht. Doch tauchten in den Zeitungen vermehrt Begriffe auf wie „endgültige Lösung der Judenfrage“. Spätestens seit dem Novemberpogrom herrschte für Juden in Deutschland Lebensgefahr. Im Jahr 1938 verfünffachte sich die Zahl der Flüchtlinge: Aus dem Altreich emigrierten etwa 40.000 Juden und an die 60.000 aus Österreich. Allerdings wurden sie nirgendwo mit offenen Armen empfangen. Dokumente des 2. Teils u. a.: ein Tagebuchauszug eines jüdischen Wiener Arztes, der den von den Österreichern bejubelten Einmarsch der Deutschen am 11. März 1938 beschreibt und von Hetzjagden auf jüdische Geschäfte berichtet, die „liquidiert“ oder „arisiert“ werden; Eichmanns Brief an seinen Vorgesetzten Hagen über seine Methoden, die österreichischen Juden zur Auswanderung zu zwingen; ausländische Presseberichte, die internationale Proteste gegen die Massenverhaftungen in Deutschland fordern; Heydrichs Fernschreiben zur Durchführung des Novemberpogroms; Bittbrief eines Vaters an eine Londoner Hilfsorganisation um einen Kindertransportplatz für seine Tochter; ein anonymer Bericht, der das Flüchtlingschaos an den deutschen Grenzen schildert. / Mit Bibiana Beglau, Matthias Brandt und den Zeitzeugen Henny Brenner, Inge Lammel, Abba Naor, Ari Rath, Uri Siegel / Bearbeitet von Susanne Heim / Skript Höredition: Susanne Heim / Regie: Ulrich Gerhardt BR Hörspiel und Medienkunst in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte/Edition ‚Judenverfolgung 1933 – 1945‘, 2013


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