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Bernd Baader: Bei Hannah Höch, Berlin-Heiligensee, 12. August 1977 - 11.08.2017
11.08.2017, 18:49
Beitrag #1
Bernd Baader: Bei Hannah Höch, Berlin-Heiligensee, 12. August 1977 - 11.08.2017
Bernd Baader: Bei Hannah Höch, Berlin-Heiligensee, 12. August 1977 - 11.08.2017

Readytape / Länge: 73'25 // Bernd Baaders Readytape dokumentiert einen Überraschungsbesuch bei der Künstlerin und Dadaistin Hannah Höch von der ersten bis zur letzten Sekunde. „Ein Readytape ist ein vorgefundenes Tonband, das unbearbeitet, ungeschnitten zum Hörspiel erklärt und zur Sendung gebracht werden kann. Ein Readytape ist also eine Manifestation, die davon ausgeht, daß jeder technische Eingriff, jede Veränderung eines vorgefundenen Bandes eine unnötige Ästhetisierung bedeutet und Informationen abschneidet bzw. verfälscht und auf ein Ergebnis hinausläuft, das korrekterweise mit dem Etikett besser als echt versehen werden sollte ... Sounds like Hörspiel: es sind neben den intendierten auch die nicht-intendierten Informationen, die den Charakter eines Bands bestimmen: die bewußten oder unbewußten Selbstinszenierungsversuche von Gesprächspartnern beispielsweise, die eine Aufnahmesituation überspielen sollen oder die zusätzlichen akustischen Informationen wie Bandrauschen, Aufnahme-Mängel, Überlagerungen, die durch unsauberes Löschen oder unscharfe Spurentrennung zustandekommen. Readytapes können Zufallsprodukte oder Konzept-Relikte sein. … Es können Funde sein, Spulen, die aus Archiven stammen, aus Nachlässen etc. Es sind Aufnahmen, die zum Hörspiel erklärt werden, ohne bearbeitet worden zu sein.“ (Herbert Kapfer, Readytapes Definition, 1992) „Als ich während meiner Tätigkeit als Grafik-Designer beim Süddeutschen Rundfunk Stuttgart, Helmut Heißenbüttel, den Redakteur des Radio-Essay, in den Siebziger Jahren kennenlernte, und er von meiner Verwandtschaft als Neffe des Dadaisten Johannes Baader erfuhr, bat er, ich solle mich doch mit dem Dadaismus näher befassen und in meiner Familie nach bisher noch Unbekanntem forschen. Ich ließ mich darauf ein, und es ergaben sich im Laufe der Jahre viele Kontakte mit Dada-Forschern. Es entstanden zwei Rundfunksendungen, Vorträge und Dokumentations-Ausstellungen teils mit Rezitationen von Dada-Texten. Mit dem Dadaismus noch wenig vertraut damals, flog ich im August 1977 nach Berlin, um die umfangreiche Ausstellung Tendenzen der Zwanziger Jahre zu sehen. – Und dann schon in Berlin, wollte ich gleichzeitig die Möglichkeit nutzen, die mir noch unbekannte Malerin Hannah Höch in Berlin-Heiligensee, An der Wildbahn 33, spontan zu besuchen. Sie hatte in den Zwanziger Jahren eine Freundschaft mit Johannes Baader. Unangemeldet und mit zwiespältigem Gefühl vor ihrem Haus angekommen, drückte ich den Klingelknopf.“ (Bernd Baader)


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